Sie befinden sich hier
Inhalt
Auftrag und Struktur
Das Zentrum für Hirnaneurysmen am Universitätsklinikum Heidelberg – UK Mannheim ist auf die Beurteilung, Beratung und langfristige Begleitung von Menschen mit intrakraniellen Aneurysmen spezialisiert. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die individuell beste Entscheidung zu treffen – auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenz, interdisziplinärer Expertise und einer sorgfältigen persönlichen Risikoabwägung.
Das Zentrum ist an der Klinik für Neurochirurgie angesiedelt und arbeitet eng mit den Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und Neurologischen Klinik sowie der Biomedizinischen Informatik zusammen.
Getragen wird das Zentrum vom Forschungsprojekt CARE-IA, das von der H.W. & J. Hector Stiftung im Zeitraum von 2026 bis 2029 gefördert wird. Innerhalb des Verbundes Heidelberg - Mannheim übernimmt Mannheim die Aufgabe eines Referenzzentrums für die differenzierte Beurteilung und langfristige Begleitung von Menschen mit Hirnaneurysmen.
Damit ergänzt der Standort die etablierten Schwerpunkte des Verbundes in der Schlaganfallmedizin und der interventionellen Neuroradiologie.
Was unseren Standort auszeichnet
An der Universitätsmedizin Mannheim verfügen beide Teams über langjährige Erfahrung und hohe Fallzahlen in ihrem jeweiligen Verfahren. Im Jahr 2025 wurden hier über 140 Hirnaneurysmen behandelt, in ausgewogenem Verhältnis endovaskulär und mikrochirurgisch, dazu 40 zerebrale Bypassoperationen. Als einer von wenigen Standorten in Deutschland bieten wir damit das vollständige Spektrum der Aneurysmatherapie an einem Ort: vom Coiling über Flow Diverter und intrasakkuläre Implantate bis zu komplexen Bypassrekonstruktionen, und beides rund um die Uhr auch in der Akutversorgung der Subarachnoidalblutung.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Die Empfehlung richtet sich ausschließlich nach dem Aneurysma und nach Ihnen selbst, nicht nach der Verfügbarkeit eines Verfahrens. Und wo beide Wege (Beobachten oder Behandeln) gleichwertig sind, ist die Entscheidung gegen jede Behandlung und für eine strukturierte Beobachtung ink. Einschluss in unsere laufende klinische Studie zur medikamentösen Aneurysmatherapie ebenso Teil unseres Angebots.
Wir empfehlen einen Eingriff, wenn sein erwarteter Nutzen die Risiken überwiegt.
Und wir empfehlen eine strukturierte Beobachtung, wenn eine Behandlung mehr Risiken als Vorteile mit sich bringen würde. Beides gehört untrennbar zusammen: die Fähigkeit, komplexe Eingriffe durchzuführen, und die Verantwortung, darauf zu verzichten, wenn sie nicht die beste Entscheidung für den Menschen sind.
Was wir versorgen
Endovaskuläre Aneurysmatherapie (Neuroradiologie):
- Coiling und stent-assistiertes Coiling
- Flow Diversion
- intrasakkuläre Implantate (WEB)
- Endovaskuläre Behandlung von Aneurysmen der hinteren Zirkulation
- Endovaskuläre Akutversorgung der aneurysmatischen Subarachnoidalblutung einschließlich Behandlung von Gefäßspasmen
- Endovaskuläre Behandlung von Rezidiven und Restbefunden nach Vorbehandlung
- Flow-Diverter-Behandlung großer und komplexer Aneurysmen
Mikrochirurgische Aneurysmatherapie (Neurochirurgie):
- Mikrochirurgisches Clipping und rekonstruktive Verfahren
- Zerebrale Bypasschirurgie (EC-IC, IC-IC und Interponat-Bypässe) im eigenen Zentrum für zerebrovaskuläre Bypasschirurgie
- Komplexe Aneurysmen einschließlich großer und Riesenaneurysmen, verkalkter und teilthrombosierter Befunde
- Aneurysmen der Schädelbasis
- Rezidive und Restbefunde nach Vorbehandlung
Gemeinsame Therapien
- Aneurysmen bei Kindern und Jugendlichen
- 24/7-Akutversorgung der aneurysmatischen Subarachnoidalblutung mit neurovaskulärer Intensivmedizin sowie mikrochirurgischen und endovaskulären Verfahren an einem Standort.
Zahlen, Qualität, Leitlinien
Unser Zentrum verbindet klinische Expertise mit internationaler wissenschaftlicher Arbeit. Mitglieder unseres Teams waren und sind maßgeblich an der Entwicklung von Leitlinien und Entscheidungssystemen zur Behandlung von Hirnaneurysmen beteiligt.
Dazu zählen die europäischen Leitlinien der ESO zu unrupturierten Aneurysmen (2022 und 2026), die ESO-Leitlinie zur aneurysmatischen Subarachnoidalblutung sowie nationale Empfehlungen von AWMF und DGN.
Mit dem UIATS wurde unter unserer Federführung ein internationaler multidisziplinärer Konsensus zur Unterstützung der individuellen Therapieentscheidung entwickelt.
