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Inhalt
Auftrag und Struktur
Das Zentrum für Hirnaneurysmen am Universitätsklinikum Heidelberg – UK Mannheim ist auf die Beurteilung, Beratung und langfristige Begleitung von Menschen mit intrakraniellen Aneurysmen spezialisiert. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die individuell beste Entscheidung zu treffen – auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenz, interdisziplinärer Expertise und einer sorgfältigen persönlichen Risikoabwägung.
Das Zentrum ist an der Klinik für Neurochirurgie angesiedelt und arbeitet eng mit den Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und Neurologischen Klinik sowie der Biomedizinischen Informatik zusammen.
Getragen wird das Zentrum vom Forschungsprojekt CARE-IA, das von der H.W. & J. Hector Stiftung im Zeitraum von 2026 bis 2029 gefördert wird. Innerhalb des Verbundes Heidelberg - Mannheim übernimmt Mannheim die Aufgabe eines Referenzzentrums für die differenzierte Beurteilung und langfristige Begleitung von Menschen mit Hirnaneurysmen. Damit ergänzt der Standort die etablierten Schwerpunkte des Verbundes in der Schlaganfallmedizin und der interventionellen Neuroradiologie.
Operative Expertise bei komplexen Aneurysmen
Nicht jedes Hirnaneurysma lässt sich sicher und dauerhaft mit einem endovaskulären Verfahren behandeln. Insbesondere sehr große oder riesige Aneurysmen, breitbasige oder spindelförmige Befunde, verkalkte oder teilweise thrombosierte Aneurysmen, Rezidive nach Vorbehandlung sowie bestimmte anatomisch komplexe Lokalisationen erfordern häufig eine mikrochirurgische Behandlung.
Für diese Patientinnen und Patienten bieten wir das gesamte Spektrum der offenen zerebrovaskulären Chirurgie an – einschließlich komplexer Bypass-Verfahren, bei denen die Hirndurchblutung rekonstruiert wird, bevor das Aneurysma ausgeschaltet wird.
Diese hochspezialisierten Eingriffe werden bundesweit nur an wenigen Zentren durchgeführt. Entsprechend werden Patientinnen und Patienten mit komplexen Hirnaneurysmen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Behandlung an unser Zentrum überwiesen.
Unsere Expertise ist die Grundlage für eine individuelle Beratung und Behandlung. Wir wissen, was therapeutisch und technisch möglich ist. Aus dieser Kompetenz heraus können wir Nutzen und Schaden einer Behandlung für jeden Fall individuell bestimmen.
"Wir empfehlen einen Eingriff, wenn sein erwarteter Nutzen die Risiken überwiegt.
Und wir empfehlen eine strukturierte Beobachtung, wenn eine Behandlung mehr Risiken als Vorteile mit sich bringen würde. Beides gehört untrennbar zusammen: die Fähigkeit, komplexe Eingriffe durchzuführen, und die Verantwortung, darauf zu verzichten, wenn sie nicht die beste Entscheidung für den Menschen sind.“
Prof. Dr. med. Nima Etminan
Was wir versorgen
Wir bieten das gesamte Spektrum der modernen neurovaskulären Aneurysmatherapie – von der differenzierten Entscheidungsfindung bis zur hochkomplexen operativen und interventionellen Behandlung.
Schwerpunkte sind:
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komplexe Hirnaneurysmen einschließlich großer und Riesenaneurysmen, verkalkter und teilthrombosierter Befunde
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mikrochirurgisches Clipping und rekonstruktive Verfahren
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zerebrale Bypass-Chirurgie (EC-IC, IC-IC und Interponat-Bypässe) im eigenen Zentrum für zerebrovaskuläre Bypasschirurgie
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Aneurysmen der hinteren Zirkulation und der Schädelbasis
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Rezidive und Restbefunde nach Vorbehandlung
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Aneurysmen bei Kindern und Jugendlichen
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die 24/7-Akutversorgung aneurysmatischer Subarachnoidalblutungen mit neurovaskulärer Intensivmedizin sowie mikrochirurgischen und endovaskulären Verfahren an einem Standort
Zahlen, Qualität, Leitlinien
Unser Zentrum verbindet klinische Expertise mit internationaler wissenschaftlicher Arbeit. Mitglieder unseres Teams waren und sind maßgeblich an der Entwicklung von Leitlinien und Entscheidungssystemen zur Behandlung von Hirnaneurysmen beteiligt.
Dazu zählen die europäischen Leitlinien der ESO zu unrupturierten Aneurysmen (2022 und 2026), die ESO-Leitlinie zur aneurysmatischen Subarachnoidalblutung sowie nationale Empfehlungen von AWMF und DGN.
Mit dem UIATS wurde unter unserer Federführung ein internationaler multidisziplinärer Konsensus zur Unterstützung der individuellen Therapieentscheidung entwickelt.
